Die X-Pyr 2014 waren bereits nach sechs Tagen beendet. Am 13. Juli pünktlich um 11:00 Uhr fiel der Startschuss für das 439 km (Luftlinie) weit dauernde Hike & Fly - Rennen von der spanischen Atlantikküste über die Pyrenäen bis ans Mittelmeer. Chrigel Maurer (CH) gewinnt vor Aaron Durogati (ITA) und Toma Coconea (ROM). Mit dabei waren auch drei Deutsche Piloten: Martin Petz, Lars Budack und Yvonne Dathe, eine von zwei Frauen im Teilnehmerfeld.
Bei Sonnenschein und heißen Temperaturen startete das Rennen am Sonntag 13. Juli um 11:00 Uhr am Strand von Hondarribia. Die 26 Piloten hatten alle ihre Gleitschirmausrüstung mit dabei. Denn wenn es nicht flog, mussten sie ihr Equipment tragen. Nach dem Startschuss liefen wir quer durch Hondarribia zum
ersten Wendepunkt Larun. Die meisten Piloten rannten beim Startschuss los, doch schon bald beruhigte sich die Anfangseuphorie und es wurde gewandert. Der Fußweg war etwa 25 km weit und rund 900 Höhenmeter mussten überwunden werden. Thomas versorgte mich immer wieder zwischendurch mit etwas zum Trinken. Am Fuße vom Larun
wechselte ich die Schuhe, da es sich so anfühlte, als bekäme ich bereits die erste Blase an meiner Ferse. Leider sollte sich das auch später bestätigen. So gegen 16:00 Uhr erreichte ich den ersten Wendepunkt Larun. Einmal um die Fahne gelaufen und ab zum Startplatz. Dort war bereits reges treiben
und die ersten Piloten waren schon in der Luft. Also hieß es keine Zeit verlieren und mich ebenfalls Startklar machen. In der Luft ging es nur mäßig nach oben. Schnell war klar, dass jedes Pipsen mitgenommen werden musste. In Flugrichtung mussten so einige Täler überwunden werden. Die Landemöglichkeiten waren sehr beschränkt. Höhe
beruhigte die Nerven und brachte einen sicher über die Hügel. Martin Petz flog etwas niedriger als ich und blieb an einem der Gräten hängen. Er musste einlanden hoch laufen und erneut starten. Während ich noch eine Querung weiter fliegen konnte. Doch auch dann musste ich landen und den nächsten Berg
hoch laufen, um erneut zu starten.
Es waren wieder ca. 500 Höhenmeter zu überwinden, bis ich am Gipfel einen Startplatz fand. Der zweite Flug, recht spät am Abend, reichte, um bis unterhalb von Cole de Izpegi zu fliegen. Neben einem Bauernhaus und dem Pass landete ich ein und sah wie die anderen Teilnehmer den Pass hinauf liefen. Schnell packte ich meine sieben Sachen zusammen, informierte Thomas, wo ich war und lief ebenfalls den Pass nach oben. Oben angekommen, sah sie wie Toma Coconea und Jakub Beno vom Pass ins Tal flogen. Bis 21:15 Uhr durfte geflogen werden. Als ich
dort ankam war es bereits 21:00 Uhr. Gemeinsam mit Thomas entschied ich mich auf dem Pass zu übernachten und am nächsten Morgen ins Tal abzugleiten. Etwas später erreichten auch Martin Petz und Lars Budack den Cole.
Montag Morgen regnete es und die Wolken hingen tief. Anders als der Wetterbericht es vorhersagte. Also war nichts mit abgleiten ins Tal. Der Weg ins Tal musste zu Fuß bewältigt werden. Bis zum Pass kurz vor dem zweiten Wendepunkt Ohri waren es ca. 60 km Fußweg und rund 1.400 Höhenmeter. Den ganzen Tag wanderten ich mit Stanislaw Radzikowski mit der
Ausrüstung auf dem Rücken. Erst Bergab, dann gerade aus auf dem Jakobsweg und am Ende steil Bergauf. Die letzten Meter war extrem hart für mich. Doch die aufmunternden Worte und eine leckere Mahlzeit von Thomas sorgten dafür, dass ich irgendwann doch noch den Pass erreichte. Lediglich Martin Petz schaffte es an einem Hügel aufzudrehen
und bis fast zum Pass vor dem zweiten Wendepunkt zu fliegen.
Der Dienstagmorgen bescherte wie vorhergesagt gutes Wetter. Also folgte eine Wanderung über Wiesen und steile Felsen auf den Ohri. Hier traf sich ein Großteil des Teilnehmerfeldes. Mit dabei auch Lars Budack, Martin Petz und ich. So gegen 12:00 Uhr starteten wir zu unserem Flug. Die erste Ridge ging recht gut. Es folgte ein Talsprung an dem es recht zäh ging. Während Martin versuchte über den bewaldeten Hügeln Thermik zufinden, versuchte ich luvseitig das Tal zu queren, musste allerdings auf der anderen Seite landen. Schnell packte ich meine
Ausrüstung zusammen und lief den Berg hinauf um erneut zu starten. Der Weg erwies sich als ziemlich beschwerlich. Gestrüb, hohe Farne und Bäume machten die Suche nach einem Weg schwer. Zum Glück habe ich "Map Out" eine App auf der beinahe alle Wanderwege und Trampelpfade eingezeichnet
sind. So fand ich einen Weg und konnte auf diesem zum Grat hinauf wandern. Auch der zweite Flug brachte nicht den gewünschten Streckenflug. Bereits nach dem ersten Talsprung landete ich wieder am Hang ein. Dieses mal reichte ein Aufstieg von 50 m um erneut zu starten. Und dann flog es auch endlich gut. Ich konnte aufdrehen und über die Berge hinweg
fliegen. Irgendwann sah ich auf einem Grat einen Piloten starten. Wie sich herausstellte war es Lars Budack. Gemeinsamm konnten wir den dritten Wendepunkt Collarada in 53 km Entfernung fliegend meistern und fast bis zur Hälfte des vierten Wendepuktes Castejon de Sos weiterfliegen. Um ca.
20:00 Uhr und landeten am Fuße des Laspuna. Als wir die Straße entlang liefen, trafen wir auf Martin Petz und seine Supporterin Nadya Kambanova. Als auch Thomas eintraf, verbrachte wir gemeinsam den Abend und schmiedeten Pläne für den darauffolgenden Tag.
Am Morgen des Mittwochs hieß es erst einmal auf den Laspuna hinauf zu wandern und auf das Einsetzen der Thermik zu warten. Um die Mittagszeit kondensierten so langsam die ersten Wolken. Thomas, welcher ebenfalls seinen Gleitschirm dabei hatte, startete und testete die Luft. Als klar war, ein
oben bleiben ist gesichert. Startete Martin als erster gefolgt von mir und Lars. Auch andere Teilnehmer hatten den Berg als Ausgangspunkt gewählt und folgten nach und nach. Der Weg nach Castejon de Sos, dem vierten Wendepunkt war noch beschwerlich. Da die Basis noch unterhalb der Berggipfel war und Wind immer wieder die Aufwinde
verblies. Ab Castejon ging es deutlich einfacher. Die Basis stieg auf knapp 3.000 m und die Bärte zogen von unten raus. Über einem breiten Tal wurde es ziemlich dunkel und eine Wolke regnete ab. Martin und ich positionierten uns über einem sonnigen Plätzchen und warteten in der Luft, bis sich die Wolke
auflöste und wir weiterfliegen konnten. An einer Gräte vor dem Pic de l´Ohri kamen wir tief und mussten uns schwer wieder hinauf kämpfen. Martin schaffte es früher und flog weiter. Ich musste noch eine Weile mit den Geiern kreisen, bis auch ich endlich über Grat war undden Flug weiter zum fünften Wendepunkt Pic de l´Ohri fortsetzen konnte. Mit Rückenwind ging es
flott voran.
Auf dem Weg zum Puigmal, dem sechsten Wendepunkt, breitete sich ein Gewitter aus. Martin und ich landeten deshalb über Andorra nach einem über 100 km weiten Flug auf 2.500 m ein. Es war bereits nach 18:00 Uhr, so dass wir Thomas und Nadya informierten und hier die Nacht verbrachten. Mit dieser Höhe, sollte es am nächsten Tag einfach sein, den Puigmal fliegend zu nehmen. Inzwischen wurde bekannt, dass Chrigel Maurer bereits nahe am Goal ist. Das Rennen endet sobald ein Pilot das Ziel erreicht, am darauffolgenden Tag um 22:30 Uhr.
Deshalb wollten wir die Höhe nutzen und über das Tal zum Puigmal fliegen.
Der Donnerstag Morgen begann vielversprechend. Blauer Himmel deutete auf Flugwetter hin. Also liefen wir einige Höhenmeter hinauf, um einen guten Startplatz zu finden. Leider blies der Wind aus West und wurde immer kräftiger wurde. Mittags wechselten wir den Startplatz. Gegen 13:00 Uhr flogen wir los. In der Luft zeigte sich schnell, dass der Wind stärker als erwartet war und die Thermiken ziemlich verblasen waren. Nach etwa 20 km landete ich im Tal auf dem Weg zum Puigmal. Von Thomas erfuhr ich, dass auch Martin gelandet war und wanderte. Von nun an war
wandern angesagt. Schnellen Schrittes ging es in Richtung Puigmal, dem mit 2.910 m höchsten Wendepunkt des Rennens. Während Chrigel Maurer bereits das Mittelmeer erreicht hat. Yvonne erreichte gegen 21:00 Uhr das Ende der Passstraße zum Puigmal. Während Martin auf dem Berg zum Puigmal
übernachtete.
Der letzte Wettbewerbstag begann abermals mit einer Wanderung. Die Tour zum Puigmal führte über ein Geröllfeld nach oben. Bis ins Ziel waren es noch rund 90 km Luftlinie. Laufend nicht zu schaffen. Also musste auf Thermik gewartet werden. Ich wartete und flog erst Mittags vom Puigmal los. Die sicher gelaubte Thermik war nicht vorhanden. Nach zwei Täler musste ich landen. Ich stieg den nächsten Grat auf. Auf dem Weg dorthin wurde ich von drei Schäferhunden gestellt. Zum Glück war der Besitzer in der Nähe und pfiff die Hunde zurück. An einem
Grasgrat startete ich erneut und landete wenige Kilometer weiter wieder auf einem Hang. Noch einmal wanderte ich nach oben.. Motiviert von Thomas seinen aufbauende Worten, schaffte ich den erneuten Aufstieg und erhob mich noch ein drittes Mal in die Luft. Zunächste konnte ich etwas soaren, allerdings ging es nicht nach oben. Ohne wirkliche Thermik
landete ich nach einigen Kilometern. Es war bereits Abend. Als Thomas mit Verpflegung ankam, stärkte ich mich erst einmal und gemeinsam überlegten wir welche Route nun am geschicktesten zu laufen sei, um die letzten Stunden des Rennens optimal zu nutzen. Wir entschieden uns für eine kleine Straße
nach Rocabruna. Von dort aus ging noch ein Wanderweg über den Grat in Richtung Goal. Gedacht getan, mit der Ausrüstung auf den Buckel wanderte ich bis 22:30 Uhr über Stock und Stein und versuchte noch so weit wie möglich zu kommen. Am Ende des Rennens fehlten weniger als 60 km zum Mittelmeer.
Chrigel Maurer gewinnt souverän vor Aaron Durogati und Toma Coconea. Martin Petz wurde am Ende 12. in der Gesamtwertung und Yvonne Dathe belegte Platz 13. Lars Budack musste wegen einer Magenverstimmung leider ausscheiden.
Vielen DANK an Thomas Ide für die vielen tollen Bilder!!!
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